Das Konzept:
Hightech unter Tage

Ein Geothermie-Bergwerk verbindet bewährte Bergbautradition mit modernster Energietechnik. Von außen betrachtet bleibt das vertraute Bild erhalten: Rund 80 % des Geländes ähneln einer klassischen Zeche mit Verwaltungsgebäuden, Kaue, Werkstätten und den charakteristischen Fördertürmen. Doch das Herzstück der Anlage liegt tief unter der Erdoberfläche.

Der Prozess: Ein effizienter Energiekreislauf
Im Gegensatz zu konventionellen Kraftwerken benötigt dieses Konzept keine riesigen Wasserreservoirs an der Oberfläche. Der entscheidende Prozess findet in der Tiefe statt:
1. Die unterirdische Kraftzentrale: In speziell dafür geschaffenen, tiefgelegenen und explosionsgeschützten Hallen wird eine Dampfturbine installiert.
2. Die Injektion: Über ein geschlossenes System wird Wasser durch ein Injektionsrohr bis in eine Teufe von ca. 6.000 Metern geleitet.
3. Die Erhitzung: Durch die enorme natürliche Hitze des Gesteins wandelt sich das Wasser in hochenergetischen Wasserdampf um.
4. Stromerzeugung vor Ort: Dieser Dampf steigt durch ein zweites Rohr direkt zur untertägigen Turbine auf. Die Turbine treibt einen Generator an, der den Strom erzeugt, welcher anschließend über Hochleistungskabel nach über Tage geleitet wird.

Synergie aus Strom und Wärme
Nachdem der Dampf die Turbine angetrieben hat, wird die verbleibende Energie nach oben geführt. Dort wird sie effizient genutzt: Ein Teil der Restwärme speist direkt moderne Fernwärmenetze, während der verbleibende Dampf über Kühltürme kondensiert und wieder in den Kreislauf zurückgeführt wird.

Skalierbarkeit und Vielseitigkeit
Dieses Prinzip ist modular aufgebaut: Durch die Installation mehrerer Einheiten innerhalb eines Grubenfeldes lässt sich die Gesamtleistung massiv steigern. Ein entscheidender Vorteil dieses Konzepts ist seine Vielseitigkeit – es lässt sich in nahezu jedem stillgelegten Bergwerk realisieren, unabhängig davon, ob dort früher Steinkohle, Braunkohle, Salz oder Erz gefördert wurde. Wir nutzen die vorhandene Infrastruktur für die Energiewende.